Feedback geben oder annehmen – was fällt dir leichter? Wahrscheinlich hat jede*r darauf eine ganz eigene Antwort. Fest steht: Beides erfordert Mut, Empathie und Fingerspitzengefühl. Denn Feedbacks können auf der einen Seite motivieren, bestärken und Entwicklung voranbringen. Auf der anderen Seite können sie aber auch Unsicherheiten auslösen oder das eigene Selbstbild ins Wanken bringen. Entscheidend ist deshalb immer das „Wie“ – denn wird eine Rückmeldung respektvoll formuliert und bereitwillig angenommen, kann daraus Positives entstehen!
In diesem Blogbeitrag erfährst du, warum Feedback so wichtig ist, wie Kritik oder Lob konstruktiv formuliert werden und wie du eine Haltung kultivierst, die dir dabei hilft, Feedback als Geschenk zu verstehen und entsprechend als solches annehmen zu können.
Warum ist uns Feedback bei der MIRcom so wichtig?
Eine offene Feedbackkultur ist für uns mehr als ein fester Bestandteil unseres Arbeitsalltags – sie ist die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit. Denn unser Ziel ist es, Tag für Tag gemeinsam zu wachsen, voneinander zu lernen und uns als Team weiterzuentwickeln – und dafür sind konstruktive Kritik und Reflexion unerlässlich.
Um dieses Ziel zu erreichen, führen wir regelmäßig verbindliche Feedback- und Entwicklungsgespräche, in denen wir Wachstumspotenziale, persönliche Ziele und Lernfelder reflektieren. Gleichzeitig verstehen wir Feedback als etwas, das jederzeit geschenkt und umgekehrt auch eingefordert werden sollte, und zwar positionsübergreifend.
„Feedback ist das Frühstück der Champions!“
Der Grundsatz unserer MIRcom-Feedbackkultur lautet: „Hart in der Sache, weich zum Menschen.“
Hart in der Sache = Klar, ehrlich, und ohne Umschweife oder Schmeicheleien
Weich zum Menschen = Empathisch, vorbereitet, respektvoll und mit dem klaren Ziel: Gemeinsam wachsen!
Eine offene Feedbackkultur entsteht jedoch nicht von heute auf morgen. Damit Feedback zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Zusammenarbeit wird, braucht es Übung, Vertrauen und die Bereitschaft, sich immer wieder darauf einzulassen. Fazit: Feedback ist kein Selbstläufer und auch nicht „in die Wiege“ gelegt – sondern eine Kompetenz, die wir lernen, trainieren und kontinuierlich weiterentwickeln. Deshalb schaffen wir regelmäßig Raum für Workshops, Kurzvorträge und Austausch zu diesem Thema. Ganz nach dem Motto: We make it real! 😉
Aus unserer Erfahrung bieten die folgenden Methoden eine gute Orientierung, um Feedback richtig zu geben und offen anzunehmen:
Die WWW-Formel: Erfolgreich Feedback geben
Beschreibe im ersten Schritt deine persönliche Beobachtung möglichst sachlich und konkret. Was hast du konkret wahrgenommen? Wichtig ist dabei, dass du deine eigene Sichtweise schilderst und keine allgemeingültige Wahrheit formulierst. Das erleichtert es deinem Gegenüber, deine Wahrnehmung anzunehmen und offen darauf einzugehen. (= Ich-Perspektive und Ich-Formulierungen)
Erkläre anschließend, welche Auswirkungen das beobachtete Verhalten auf dich oder die Situation hatte. Was bedeutet das Verhalten beispielsweise für die Prozesse, die Stimmung oder das Teamgefühl? Was hat es mit dir gemacht?
Formuliere zum Abschluss einen Wunsch, eine Anregung oder einen konkreten Verbesserungsvorschlag. So bleibt dein Feedback nicht bei der Kritik stehen, sondern zeigt gleichzeitig eine konstruktive Perspektive auf.
Wichtig: Feedback sollte möglichst beschreibend und keinesfalls bewertend formuliert werden. Persönliche Interpretationen oder vorschnelle Urteile können defensives Verhalten auslösen und einen offenen Austausch erschweren.
Die Active-Methode: Feedback souverän annehmen
A - Ask for it: Hole dir regelmäßig proaktiv Feedback von Kolleg*innen oder Führungskräften ein. Dadurch wird es zu etwas Vertrautem und Alltäglichem und nicht zu einer unangenehmen Situation, die unerwartet über dich hereinbricht.
C - Calm yourself: Nimm dir einen Moment, bevor du reagierst. Kleine Regulationstechniken wie bewusstes Atmen oder eine kurze Denkpause helfen dabei.
T - Take notes: Mache dir Notizen während des Gesprächs. Das unterstützt aktives Zuhören und hilft dir, wichtige Punkte später besser zu reflektieren. Gleichzeitig signalisiert es dem Gegenüber, dass du seine/ihre Punkte ernst nimmst.
I - Inquire: Frage bei Unklarheiten gezielt nach: “Wie genau meinst du das? Hast du ein konkretes Beispiel?” Nur wer wirklich versteht, kann aus Feedback lernen.
V - Verify: Fasse das Gehörte in eigenen Worten zusammen, um Missverständnisse zu vermeiden und sicherzugehen, dass du die Rückmeldung richtig verstanden hast.
E - Express gratitude: Bedanke dich für die ehrliche Rückmeldung. Auch dann, wenn sie kritisch ausfällt. Schließlich kostet es die andere Person in den meisten Fällen ebenfalls Mut, ein (kritisches) Feedback auszusprechen.
Wir sind überzeugt: Eine gute Feedbackkultur beginnt mit einem „Growth Mindset“, das auf dem Streben nach Weiterentwicklung, Wachstum und stetiger Lernbereitschaft basiert. Das ist es, was wir bei MIRcom leben möchten!